Krefeld droht das DEL-Aus

Am Wochenende feiern die Krefeld Pinguine ihren 80. Geburtstag. Wie RP-Online heute berichtet, könnte es der vorerst letzte Geburtstag sein. „Wenn das so weitergeht, dann feiern wir am Samstag 80 Jahre Eishockey – und das war’s“, wird der Vorsitzende des KEV ’81, Achim Staudt, heute zitiert. Der KEV ’81 ist der Stammverein der Krefeld Pinguine und maßgeblich für die Nachwuchsförderung der Krefelder verantwortlich. Dem KEV ’81 droht nun der Entzug aller fünf Sterne als Ausbildungsverein. Dies würde dazu führen, dass die DEL-Lizenz der Pinguine in Gefahr gerät.

Seit einem Jahr teilen sich Krefeld Eishockey Vereine die Eiszeiten in der Rheinlandhalle. Die Werner-Rittberger-Halle, in der der Krefelder Nachwuchs in der Regel trainiert, ist auch in diesem Jahr nicht nutzbar. Dadurch entstehen die Krefelder Probleme – Der Fünf-Sterne Ausbildungsplan der Deutschen Eishockey Liga (DEL) sieht vor, dass die angeschlossenen Vereine eine entsprechende Nachwuchsförderung betreiben müssen. Durch fehlende Eiszeit für den Nachwuchs, sei ein ausreichender Trainingsbetrieb allerdings nicht gewährleistet. Den Krefeldern droht der Verlust des Siegels „Fünf Sterne Ausbildungsklub“.

„Doch um die Sterne behalten zu können, müssen wir bestimmten Rahmenbedingungen liefern. Dazu gehört auch eine Mindestanzahl von Trainingsstunden, die wir anbieten. Dadurch, dass wir von unseren Stunden in der Rheinlandhalle abgeben müssen, können wir die vorgegebene Stundenzahl nicht mehr halten. Die alleine sind bereits Grundvoraussetzung für die Nachwuchsförderung, und die können wir nicht gewährleisten. Wir würden also alle Sterne auf einen Schlag verlieren“, schildert Staudt bei RP-Online. Im letzten Jahr habe eine Ausnahmegenehmigung den Klub gerettet.

Mit einer Nutzung der Werner-Rittberger-Halle ist bis zur Saison 2017/18 wohl nicht zu rechnen. Überlegungen über eine kurzfristige Übergangslösung durch Trainingszeiten im KönigsPalast, der Heimspielstätte der Krefeld Pinguine, sind im Gange. Die Trainingsstunde im KönigsPalast koste wohl 300€, zu viel für die meisten Vereine, doch genau hier bietet die Stadtverwaltung Unterstützung an. „Durch die Nicht-Nutzung der Rittberger-Halle sparen wir ja derzeit Energiekosten. Wir müssen bereit sein, dieses eingesparte Geld für die Vereine einzusetzen und zumindest anteilig die Kosten für die zusätzlichen Trainingseinheiten zu finanzieren“, wird Beigeordneter Thomas Visser zitiert.

Tom Kanzock

Tom Kanzock ist Eishockey-Nerd durch und durch. Im März 2015 hat er schlittschuhtor.de ins Leben gerufen, um eine Alternative zur deutschen Eishockeyberichterstattung zu schaffen.