Tordifferenz bei Siegen und Niederlagen – der Unterschied zwischen Spitzenteams und dem Rest der DEL

Na, seid ihr schon bereit für die Playoffs? Nur noch drei Wochen trennen uns, bis am 01. März mit den Pre-Playoffs, die entscheidende Phase in der Deutschen Eishockey Liga beginnt. Mit den Playoffs beginnt bekanntlich die Saison von Neuem. Die Spiele werden enger, Details können über Sieg und Niederlage entscheidend sein. Ein wichtiger Faktor zum Erfolg in den Playoffs sind Siege in den engen Spielen. Also habe ich mir den bisherigen Saisonverlauf der 14 DEL-Teams angeschaut.
Ich wollte wissen, wie viele Spiele gewinnen und verlieren die Clubs mit einem Tor Unterschied und habe das ins Verhältnis gesetzt zu Spielen, die sie mit zwei oder mehr Toren Unterschied gewonnen oder verloren haben. Interessanterweise enden ein Drittel aller Spiele in der DEL mit nur einem Tor Unterschied. In der Betrachtung habe ich nur auf Ergebnisse nach 60 Minuten geschaut, d.h. Overtime und Shootout Siege oder Niederlagen habe ich bewusst nicht in meinen Daten aufgenommen.
Die gesamte Tabelle findet ihr am Ende dieses Beitrages. Ihr könnt die Tabellen in allen Kategorien sortieren und euch darin austoben. Auf mobilen Geräten könnt ihr die Tabelle horizontal bewegen. Um auf die Einzelnen Abschnitte besser eingehen zu können, habe ich die Liga in vier Gruppen (Spitzenteams, Verfolger, Pre-Playoffs und Keine Playoffs) unterteilt.

Na dann, Handschuhe aus – stürzen wir uns rein:

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Die Spitzengruppe

Ok, die Zahlen sprechen für sich. Die vier Spitzenteams gewinnen sehr viele Spiele mit zwei oder mehr Toren Unterschied. Wenig überraschend haben die Roten Bullen aus München mit 22 Siegen mit einer Differenz von zwei oder mehr Toren, hier den besten Wert der gesamten Liga.
Interessant wird es, wenn wir die engen Spiele, also die Siege und Niederlagen mit einem Tor Unterschied addieren. Dann haben die Kölner Haie mit 15 „engen Spielen“ nicht nur die meisten Spiele mit einer Tordifferenz von nur einem Tor, die Haie entscheiden auch die meisten dieser Spiele (60%) für sich. Die hohen Niederlagen halten sich bei den Spitzenteams der Saison ebenfalls im Rahmen.

Die Verfolger


Die Augsburger Panther sind sicher eine der größeren Überraschungen der aktuellen Saison. Die Panther können relativ sicher für das Viertelfinale planen. Zehn ihrer 16 „engen Spiele“ konnten sie für sich entscheiden, die meisten Siege der Liga in dieser Kategorie. Mit einem PDO-Wert von 100,6 können wir zumindest nicht davon sprechen, dass die Panther in den engen Spielen nur Glück hätten. Die Quote von 62,5 Prozent konnten bislang nur zwei Teams übertreffen: Die Grizzlys Wolfsburg und der ERC Ingolstadt (beide 63,6% bei elf engen Spielen), die beiden Teams die in der Tabelle direkt auf die Augsburger folgen.

Pre-Playoffs


Der einzige Grund, warum ich den ERC Ingolstadt nicht auch zu den Verfolgern gezählt habe, ist der Rückstand von neun Punkten auf die Wolfsburger. Wie oben angesprochen teilt sich der ERC mit den Niedersachsen die beste Quote in „engen Spielen“. Im Kampf um den Einzug in das Viertelfinale ist diese „mentale Stärke“ sicher ein Vorteil.
In der ersten Runde müssten sie aktuell gegen die Eisbären Berlin antreten. Auch die Berliner entschieden bislang mehr „enge Spiele“ für sich. Das Duell Bremerhaven – Straubing könnte wiederum ein Schützenfest werden.

Keine Playoffs

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Kommen wir zu den Kellerkindern der DEL. Erschreckend sind hier vor allem die Werte der Krefelder Pinguine. Es wirkt, als waren die Krefelder bei Niederlagen scheinbar aussichtslos. 23 Niederlagen – dreiundzwanzig – mit zwei oder mehr Toren, nur vier s.g. „enge Spiele“ (zwei Siege) – die Bilanz des KEV ist erschreckend. Völlig zurecht stehen sie auf dem letzten Tabellenplatz.
Die Iserlohn Roosters sind das Negativbeispiel zu den Augsburger Panthern. Auch sie mussten 16 „enge Spiele“ bestreiten, verloren allerdings elf Stück (Siegquote 31,3%). Die schlechteste Erfolgsquote bei „engen Spielen“ hat bislang die Düsseldorfer EG mit nur 20 Prozent (zehn Spiele).

DEL Gesamt

Hier habt ihr ihr die Gesamtübersicht der DEL. Welche fällt euch besonders auf? Was sagen die Werte über euer Lieblingsteam aus? Ich freue mich auf euer Feedback.

Tom Kanzock

Tom Kanzock ist Eishockey-Nerd durch und durch. Im März 2015 hat er schlittschuhtor.de ins Leben gerufen, um eine Alternative zur deutschen Eishockeyberichterstattung zu schaffen.